Beach Sports & die 50er-Jahre

Nach dem letztjährigen Hitzesommer ist man/frau so richtig auf den Geschmack gekommen: Die Surf- und Strandmode feiert ein Comeback. Ob Surfer-Girl oder Rockabilly-Guy – die Modethemen sind vielfältig, aber durchwegs von den 50er- und 60er-Jahren inspiriert.

Wir führen in dieser Saison ein breites Sortiment an Bikinis und Boardshorts (auch für Girls), bedruckten T-Shirts, Flip Flops und Sandalen, Wife- bzw. Boybeaters, neuen Levi’s-501, Chucks, Swingers und Hawaiihemden.

Die Ursprünge dieser Trends sind im kalifornischen Strandleben der 50er-Jahre zu finden.

Surfen - The fabulous Fifties

surfing

Die 50er-Jahre gelten als «Golden Age» des Surfsports. Dank dem wirtschaftlichen Aufschwung der Nachkriegsära und der Kommerzialisierung der Surfboardherstellung konnte sich nun fast jedermann ein Surfboard leisten.

Das Besondere an dieser Zeit war, dass es noch keine Vorbilder gab – die Surfer waren alle etwa gleich alt, und alles war erlaubt – je verrückter, desto besser. Jeder versuchte, den anderen an Wagemut zu übertrumpfen. The sky was the limit.

waikiki mermaid

Die Boardhersteller mussten die Entwicklung der Boards dementsprechend vorantreiben. Insbesondere als sich die ersten Surfer an Extremkonditionen wie etwa die riesigen Wellen in Hawaii wagten, stellten sich neue Herausforderungen. Wurden die Surfboards bis anhin hauptsächlich aus Holz hergestellt, experimentierte man nun mit Schaum- und Kunststoffbrettern.

honolulu hawaii

1959 war schliesslich ein episches Jahr für den Surfsport. Man müsste meinen, legendäre Surfer wie Dora, Noll oder Edwards hätten das Surfen langfristig beeinflusst, doch so richtig populär wurde der Sport erst durch Hollywood – dort wurde eine ganze Reihe von Filmen mit «Gidget», dem Surfer-Girl, produziert. Filme wie «Beach Girls and the Monster» und «How to stuff a wild Bikini» machten den Sport erst zum Massenphänomen. Das einzig Gute an diesen Filmen war die neue Musik, die sie hervorbrachten. Bands wie Dick Dale and the Deltones, Little Steve Wonder, The BelAirs und The Beach Boys wurden populär. Innert weniger Jahre gab es mehr als vierzig Surfbands in und um Southern California – die unverwechselbare Surfmusik war geboren.

the endless summer

Mit der Musik kam auch die Mode: Jeder wollte wie ein Surfer aussehen – egal, ob er nun surfte, oder nicht. Neben ausgewaschenen Levi’s, Huarache-Sandalen und Pendelton-Shirts war der erste wirkliche Modetrend für Surfer die Baggie Boardshort, welche nicht nur gut aussehen sollte, sondern auch funktionell war. Hang Ten war die erste Firma, die Trunks – so wird die Surferhose auch genannt – in größerem Rahmen produzierte und in Surfer-Magazinen Werbung dafür machte.

Nur wenige realisierten damals, welch intensive und kreative Energie sich im und um den Surfsport konzentrierte. In den 50er-Jahre wuchs das Surfen innert kürzester Zeit vom eigenbrötlerischen Hobby zu einem millionenschweren Industriezweig, welcher Unternehmer, Chemiker, Ingenieure, Künstler und Handwerker herausforderte, neue Wege zu gehen.

Die 60er-Jahre brachten schliesslich die erste Surf-Art, echte Surf-Filmklassiker wie «Endless Summer» und die Massenkommerzialisierung der Sportart.

Doch lasst uns doch noch etwas in den 50ern schwelgen – einen fruchtigen Drink im «Aaragon Ballroom» genießen und bei «Let’s go trippin» die Sonne am Horizont untergehen sehen. Tomorrow’s another day in paradise...

Der Hula Hoop

Die Ursprünge des Hula Hoop-Rings liegen weit zurück: Man findet Spuren in Hawaii (von dort stammt der Name), doch auch von den alten Ägyptern weiss man, dass sie den Reif um die Taille kreisen liessen.

hula hoop

Die Idee des modernen Hula Hoops wurde indes erst 1958 in Kalifornien geboren. Die Wham-O Manufacturing Co., deren Besitzer Arthur Melin und Richard Kerr schon 1957 einen Artikel Namens «Pluto Platter» (welcher später in «Frisbee» umbenannt wurde) auf den Markt gebracht hatten, wurden durch einen australischen Freund auf die Idee gebracht. Dieser erzählte, dass im australischen Sportunterricht Bambusringe zum Einsatz kämen. Von der Idee begeistert entwickelten die beiden daraufhin einen Ring aus Marlex (einem leichten, beständigen Plastikstoff, der erst kurz zuvor erfunden worden war). Diesen formten sie zu Schläuchen und fügten die Enden zusammen - der Hula Hoop war geboren.

Der Reif wurde schliesslich versuchsweise in Südkalifornien angeboten, und mutierte innert kürzester Zeit zum Kassenschlager - der Rest ist Geschichte. Innert vier Monaten wurden über 25 Millionen Ringe verkauft, und dies nicht etwa nur an Kinder. Im ersten Jahr verkaufte Wham-O über 100 Millionen Ringe!

Die Hula Hoops hielten sich bis weit in die 60er-Jahre, doch der eigentliche Boom war bald vorbei. Nicht aber die Blütezeit des Herstellers Wham-O: Seine Plastikreifen wurden fortan zur Stabilisierung von Petticoats verwendet.

Bodybuilding - Muscle Beach

muscle beach

Amerikas Faszination für Fitness und Körperkult begann in den 50er-Jahren im südkalifornischen Venice Beach, genauer in Muscle Beach. Anfänglich ging es dabei nicht primär um den Muskelaufbau, sondern um Fitness und Vergnügen.

Im Zentrum des ursprünglichen Muscle Beach der 30er- bis 50er-Jahre standen Akrobaten, starke junge Männer und Frauen, die Flip Flops und Handstände vorführten, Menschentürme bauten und einander regelrecht durch die Lüfte warfen.

girls

Etwas später erst wurde Bodybuilding populär: Heerscharen von Menschen kamen nach Santa Monica, um muskulöse Männer Badenixen anstatt Gewichte stemmen zu sehen. Zur illustren Schar der Akrobaten gehörte etwa Paula Boelsems, welche einem Elefanten das Wasserskifahren beibrachte, George Eiferman, der mit der einen Hand Trompete spielte und mit der anderen Gewichte stemmte und Abbye «Pudgy» Stockton, die erste weibliche Gewichtheberin. Andere bekannte Figuren wie Jack LaLanne und Joe Gold (Gold’s Gym) machten Fitness zum Geschäft.

Der Muscle Beach war ein sonniges Universum voller Optimismus – und einer Prise Naivität, oder, wie Jack LaLanne es ausdrückte, «ein perfekter Ort, um Teenagern zu zeigen, dass alles möglich ist».

Heute ist der Venice Beach bekannt für seine schrillen Akteure - sehen und gesehen werden ist das Motto, alles ist erlaubt. Und schöne Bodies gibts natürlich auch heute noch zu bewundern.

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